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My desk is my castle

Teaching Assistance at PolyU in Hongkong

Der Schreibtisch ist aus dem Arbeitsleben schon lange nicht mehr wegzudenken. Aber: Der Schreibtisch ist viel mehr als nur ein praktisch-funktionales Arbeitsmittel, er ist auch Tatort, emotional hoch besetzt. Er markiert Territorien und gibt Auskunft sowohl über den Status als auch über private Vorlieben und Sehnsüchte der an ihm Arbeitenden. Der Schreibtisch als stationäres Ding offenbart der Außenwelt etwas über die (vergeschlechtlichte) Person, die an ihm arbeitet, die ihn besitzt. Das Spektrum des Privaten reicht vom Nichts bis fast zu Reliquienschreinen. Insbesondere die sichtbare Schreibtischoberfläche, aber auch die dazugehörigen verdeckten Schubladen sind mehr oder minder eigentümlerisch besetzt: Hier ist mein persönlicher Ort, und hier ist meine Ordnung der Arbeit – Archive der sachlichen & emotionalen Erinnerung.

Schreibtische sagen etwas aus über die Menschen, die an ihnen arbeiten, aber auch über den Typus der Arbeit, die da vollbracht wird, über Kommunikationsformen und den Grad dessen, was an Privatheit (offiziell) erlaubt und (individuell) erwünscht ist. Und: Diejenigen, die an ihnen arbeiten und mit ihnen leben, tun dies nicht als neutrale Wesen, sondern als Männer und Frauen, die sich in den Formen der Schreibtischgestaltung qua Geschlecht unterscheiden. Und: Schreibtische differieren beträchtlich je nach dem kulturellen Kontext, selbst wenn der Arbeitsinhalt der gleiche ist. Im Zentrum dieser Studie steht die vergleichende Analyse der Nutzung von Schreibtischen in vier Branchen und zwölf Ländern aus allen Kontinenten. Die Publikation stellt die Ergebnisse in umfangreichem Bildmaterial, empirischen Analysen und kritischen Essays vor.

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